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Thematisch kreist Friedels „Walhall der Nichtse“ um den Spannungsbogen zwischen Walhall (dem prachtvollen Beisetzungsort tapferer Krieger, einem Ort des Ruhmes für die, die gekämpft haben) und den Nichtsen (die nichts haben, nichts besitzen), aber nicht nichts sind, weil sie ja nun durch den Bildhauer, durch die Verewigung in einem Kunstwerk geehrt werden.
Mit seiner Konzeption ermöglicht der Künstler Friedel plötzlich den vielen Normalos in unserer Gesellschaft einen grandiosen symbolischen Auftritt. Friedel hält es für wichtig, die anonymen Menschen in der Masse, dieses zufällige Kollektiv, in das sich sicherlich jeder von uns (und ist sein Verdienst auch noch so gering) hineindenken und eingliedern kann, unserer Aufmerksamkeit anzuempfehlen.
Deshalb hat er auch eine seiner Skulpturen mitten unter uns platziert und zieht uns hinein in seine künstlerische Installation. Auf gleicher Höhe mit dieser und anderen Figuren werden wir ebenerdig verknüpft.
„Schwerer ist es, das Gedächtnis der Namenlosen zu ehren als das der Berühmten. Dem Gedächtnis der Namenlosen ist die historische Konstruktion geweiht.“ Das schrieb Walter Benjamin, in seinen Notizen zu seinem letzten, 1939 zu Papier gebrachten Aufsatz „Über den Begriff der Geschichte“.
Lutz Friedel hat diesen Gedanken aufgenommen und in ein zukunftsoffenes Kunstwerk umgesetzt.
Christoph Tannert
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